Dieser Eintrag stammt aus dem Januar 2008 und ist inzwischen nicht mehr ganz so aktuell, aber immer noch recht amüsant zu lesen, wie ich finde:
Langer Titel kurzer Sinn: Egal wo man rumläuft, die Jugend von heute ist in modischen Fragen offensichtlich schmerzfrei.
Gut, an die Hosen in der Kniekehle hat man sich ja schon gewöhnt und zum
Glück ist dieses Phänomen nicht mehr ganz so häufig anzutreffen, wie
noch vor ein paar Jahren (ganz los sind wir es leider noch immer
nicht), aber was zur Zeit auf Deutschlands Straßen rumschlurft ist schon
nicht mehr feierlich.
Mützen:
Früher waren Mützen da, um vor unerwünschter Sonneneinstrahlung zu
schützen. Das ist heute eher ein positiver Nebeneffekt. Die Mütze (damit
ist bei mir eine Base Cap gemeint) ist heute ein modisches Accessoir.
Soweit, so unspektakulär. Aber was sollen diese Mützen, die wie ein
Krönchen auf die frischgegelten Haare gesetzt werden und so noch ein
gutes Stück über den Kopf herausragen? Leiden diese Typen an
Entschlussschwäche? Haben sie zu wenig Selbstbewusstsein und müssen sich
größer machen, als sie eh nicht sind? Wer da näheres weiß, darf sich
ruhig frei fühlen, sein Wissen mit mir zu teilen. Ach ja, ist dieser
Wunsch, die Mützen vom Kopf zu schlagen eigentlich natürlich oder sollte
ich mal einen Arzt meines Vertrauens aufsuchen?
VoKuHiLa:
Irre ich mich oder ist es nicht schon längst ein gesellschaftlicher
Konsens, dass Vokuhilas scheiße aussehen? Und wenn ja, warum gibts den
jetzt wieder? Immer wieder laufen mir Kerle vor die Füße, die mit diesem
"stylischen" Haarschnitt an Haltestellen oder sonstigen öffentlichen
Plätzen rumposen. Die "Krönung" ist dann das hochgelen der oberen Haare,
damit die gefärbten Spitzen auch besser zur Geltung kommen. Gerne wird
dabei auch wieder die Kombination mit der oben genannten Mütze gewählt,
die dann vor jeder verfügbaren spiegelnden Fläche auf den richtigen Sitz
überprüft und angepasst wird. Wers braucht...
Herrenhandtasche:
Täusche ich mich, oder waren Herrenhandtaschen vor einiger Zeit noch das
Markenzeichen von spießigen (Vor)ruheständlern? Aber wenn man sich
diese Teile quer über den Oberkörper hängt und dann auch noch Dolce
& Gabbana, Louis Vuitton und wie sie alle heißen draufsteht, dann
ist das up-to-date? Vor allem, was hat ein "Mann" denn überhaupt, was er
da hinein packen könnte? Gut, vielleicht eine Ersatzmütze und Gel zum
Nachbessern des Vokuhilas, aber ich habe ja von Männern gesprochen...
Das bringt mich zu folgender These:
Da (zumindest aus meiner Perspektive) diese Phänomene auch in der
beschriebenen Reihenfolge aufgetreten sind, kann durchaus ein kausaler
Zusammenhang zwischen ihnen bestehen.
Stellen wir uns also eine heiße Gegend vor, sagen wir irgendwo in der
Gegend von Südost-Europa und Asien. Die Sonne knallt nur so von oben
herab. Ein einsam reisender Wanderer möchte sich sich vor der sengenden
Hitze schützen, hat aber aus Versehen die Mütze seines kleinen Bruders
eingesteckt, die ihm logischerweise zu klein ist und somit absteht. Da
er länger unterwegs ist, wachsen seine Haare immer weiter. Da ihn aber
die verschwitzten Haare unter der Mütze und im Gesicht stören, schneidet
er sie ab. Nur die Haare im Nacken bleiben lang, damit auch dieser
geschützt ist. Und da er ein Reisender ist, hat er ne Tasche dabei.
Diese Figur sieht dann ein deutsches Immigrantenkind, das gerade zu
Besuch bei der Großtante aus dem Herkunftsland ist und ist hellauf
begeistert von dem grandiosen Outfit.
Warum? Das muss man das Immigrantenkind fragen...
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